Historisches - Teil 2
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 31. März 2010 um 17:22 Uhr Geschrieben von: Kevin Drieschner Sonntag, den 03. Januar 2010 um 23:16 Uhr
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Das Jahr 1934 brachte eine Neuordnung der Feuerwehren. Am 10.03.1934 schlossen sich die 6 bis dahin selbständigen Feuerwehren zu einer einheitlichen Feuerwehr der Gemeinde Voerde zusammen. Die Gesamtleitung übernahm ein Wehrführer, der für die einheitliche Ausrüstung und Ausbildung der Löschgruppen verantwortlich war. Es hatte sich die Erkenntnis durchgesetzt, das ein Feuerwehrmann nicht nur für den Dienst in Steiger-, Spritzen-, Wasser- oder Ordnungstrupp ausgebildet werden sollte, sondern eine Ausbildung für alle notwendigen Funktionen erforderlich war. Nur der Führer der Motorspritze erhielt zu deren Bedienung eine Sonderausbildung in einem Lehrgang an der Feuerwehrschule.
Schwere Zeiten für die Feuerwehr brachte der 2. Weltkrieg. Eine große Anzahl ihrer Mitglieder zog ins Feld. Diejenigen, die in der Heimat verblieben, mussten sich besonders in den letzten Kriegsjahren jederzeit bereithalten. Sie wurden sehr häufig zu Nachtwachen und oft zum Rettungsdienst herangezogen. Nach Bombenangriffen wurden mit dem, seit 1942 in Voerde stationierten „Leichten Löschgruppenfahrzeug“ Einsätze in Nachbarstädten, bis hin nach Essen, Wuppertal, Düsseldorf und Duisburg, gefahren.
So mancher Feuerwehrmann kehrte aus dem Krieg nicht mehr nach Hause zurück. Feuerwehrgerätehäuser waren schwer beschädigt, Geräte und Ausrüstungsgegenstände zerstört oder verschwunden. Überwiegend in Eigeninitiative wurden die Gerätehäuser instand gesetzt und Ausrüstungsgegenstände repariert oder verschleppte Geräte wieder herbeigeschafft. Nach und nach konnte auch die Gemeindeverwaltung daran denken, Ausrüstung und Ausrüstungsstand der Feuerwehr zu vervollständigen und zu verbessern. Im Jubiläumsjahr 1957 verfügte jede Löschgruppe über eine Motorspritze und über ausreichend Vorrat an anderer feuerwehrtechnischer Ausrüstung.
Die folgende Zeit brachte strukturelle Veränderungen unserer Landschaft und hat alle hier lebenden Menschen und ihre Einrichtungen in den Wandel mit einbezogen. So stieg die Einwohnerzahl von 21.035 Einwohnern im Jahr 1957 auf annähernd 40.000 in 2006. Industrien siedelten sich in Gebiet der jetzigen Stadt Voerde an und der technische Fortschritt ist enorm.
Diese Entwicklung machte auch vor der Feuerwehr nicht halt. Ab 1956 wurden auch (der Löschzug Voerde hat noch sein LLG aus dem Jahre 1942) die anderen Löschzüge mit Tragkraftspritzenfahrzeugen auf VW T1 Basis, sowie LF8-TSA ausgerüstet. In der Zeit zwischen 1958 und 1975 erhielten die Löschzüge Voerde, Möllen, Friedrichsfeld, Spellen und Löhnen neue Gerätehäuser. Das Voerder Gerätehaus an der Frankfurter Straße wurde 1969 in Eigenhilfe um einen Schulungs- und Aufenthaltsraum erweitert. Auch bei den Fahrzeugen blieb die Zeit nicht stehen. Nach und nach wurden die vorhandenen Fahrzeuge durch Löschfahrzeuge neuerer Generationen ergänzt, bzw. ersetzt. Sonderfahrzeuge wie Drehleiter, Rüstwagen, Gerätewagen und Schlauchwagen sind heute in den Voerder Löschzügen zu finden.
Entsprechend hat auch das Ausbildungsniveau zugenommen. Beginnend mit Truppmannlehrgängen auf Stadtebene, über Lehrgänge auf Kreisebene werden Feuerwehrangehörige am Institut der Feuerwehr in Münster auf ihre Aufgaben vorbereitet. Ebenso werden regelmäßig Atemschutzübungen in den Atemschutzstrecke der Berufsfeuerwehren Oberhausen und Duisburg, Feuerwehrleistungsnachweise, sowie eine jährliche Übung aller Voerder Löschzüge durchgeführt.
Ende 1986 werden Funkmeldeempfänger („Piepser“) bei der Feuerwehr Voerde eingeführt. Hiermit können, zusätzlich zum üblichen Sirenenalarm, Feuerwehrleute alarmiert werden, die sich nicht im Hörbereich der Sirenen aufhalten, Ausrückzeiten verkürzt werden und mehr Personal herangeführt werden.
Unter dem, sich seit 1988 im Amt befindlichen Stadtbrandmeister Ernst Wardemann, wurde am 08.04.1989 die Jugendfeuerwehr Voerde gegründet und seit 1994 gilt eine Alarm- und Ausrückordnung, die dem zunehmenden Anteil an Pendlern in den Löschzügen Rechnung trägt und nötigenfalls mehrere Löschzüge gleichzeitig oder Sonderfahrzeuge ausrücken lässt.
Mit den in den Jahren 1995, 2000 und 2005 für die Löschzüge Voerde, Möllen und Löhnen neu errichteten und modern ausgestatteten Gerätehäusern, die mit ihrem Platzangebot und der installierten Technik den Anforderungen kommender Jahre entsprechen und im Jahr 2006 übergebenen neuen Fahrzeugen geht ein ereignisreiches Feuerwehrjahrhundert in Voerde zu Ende.

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