Historisches
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 31. März 2010 um 17:22 Uhr Geschrieben von: Kevin Drieschner Sonntag, den 03. Januar 2010 um 23:16 Uhr
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Gewiss taten die Mitglieder, der in den Voerder Ortsteilen bestehenden Pflichtfeuerwehren ihr bestes, um zu retten, was zu retten war. Doch ein Missstand war dabei. Keiner war für den Löschdienst geschult. Jeder tat, was er konnte und das war oft nicht so, wie es hätte sein müssen.
So kam es, das der Voerder Bürgermeister Giesen im Jahre 1907 von seiner vorgesetzten Behörde aufgefordert wurde, in seinem Amtsbereich Freiwillige Feuerwehren zu gründen. Hierzu rief er die Hauseigentümer in den einzelnen Ortsteilen zusammen. Seine Anregungen fanden so große Zustimmung, dass im gleichen Jahr in Voerde, Friedrichsfeld, Spellen und Möllen Freiwillige Feuerwehren gegründet werden konnten. Jede dieser Wehren zählte schon bald mehr als 50 Mitglieder.
Im zu Voerde gehörigen Teil Eppinghovens, der im Zuge der Kommunalreform im Januar 1975 an Dinslaken ging, wurde die Freiwillige Feuerwehr 1927 gegründet.
1934 kam die Gemeinde Löhnen zu Voerde und somit auch die hier bestehende Pflichtfeuerwehr, die aus den Ortsteilen Götterwickerhamm, Mehrum und Löhnen bestehend, seither einen Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Voerde bildet.

Vorrangiges Ziel, nach Gründung der Freiwilligen Feuerwehr, war die Beschaffung von Uniformen zum Schutz der Feuerwehrleute, sowie die von feuerwehrtechnischer Ausrüstung. Zur Ergänzung, der von den Pflichtfeuerwehren übernommenen Brandspritzen, Wasserkarren und Lederschläuche, kaufte die Gemeinde benötigte Ausrüstungsstücke aus Beständen der Essen-Rüthenscheider Turnerwehr. Besonders die Steigertrupps benötigten Übungsanzüge, Gurte, Hakenleitern, usw. Doch da die so erworbenen Ausrüstungsstücke an alle Wehren verteilt wurden, war die Zuteilung für jede Wehr bescheiden. Für weitere Anschaffungen hatte die Gemeinde kein Geld. So wurden durch die Löschgruppen Geldsammlungen in den Ortsteilen durchgeführt und hiermit fehlende Ausrüstungsgegenstände gekauft.
Die Löschgruppen bestanden damals aus einer Wasser-, Spritzen-, Steiger- und Ordnungsabteilung, die von einem Brandmeister geführt wurden. Jeder Mann war einer dieser Abteilungen fest zugeordnet.
Dringend notwendig für die Ausbildung der Steigertrupps waren seinerzeit Steigetürme. In Voerde wurde 1909 ein massiver Steigeturm an den Saal des Wirtes Johannes Borgardts am Bahnhof angebaut. Am 31.08.1911 wurde der Saal mit dem Steigeturm bei einem Brand vernichtet. Als Ersatz errichtete die Gemeinde 1913 ein neues Gerätehaus mit Steigeturm an der Tönningstraße, später Allee. In Möllen und in Spellen wurden 1911 von der Gemeinde errichtete Geräteschuppen mit Klettergerüst übergeben. Das Möllener Klettergerüst wurde 1929 zu einem vorschriftsmäßigen Steigeturm umgebaut.
Um sich für den Ernstfall zu schulen wurden vom Brandmeister Übungsstunden angesetzt. Eine Teilnahme an den Veranstaltungen anderer Wehren gewährten einen Einblick in deren Arbeit. Auch die Entsendung von Delegierten zu den Provinzialfeuerwehrtagen brachte manche Anregungen und Hinweise für den Feuerwehrdienst.
Manches Mal gaben die, für bestimmte Bezirke zuständigen, Hornisten mit ihren Brandhörnern Alarm. Musste auch in vielen Fällen ein Gebäudeteil aufgegeben werden, so gelang es doch meistens, den Brand auf seinen Entstehungsbereich zu beschränken. Ohne die Hilfe der Feuerwehr wäre manches Anwesen und mancher Bauernhof abgebrannt, hätte mancher Wald- und Heidebrand ein verheerendes Ausmaß angenommen, wären die Folgen des fast jährlich wiederkehrenden Rheinhochwasser nicht zu verhindern gewesen.

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